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Koch & Küche

Lakritz verschenken: Ideen für Kenner und Neugierige

Olav
aktualisiert: 22. Oktober 2026 14:01
Lakritz verschenken: Ideen für Kenner und Neugierige
Lakritz verschenken: Ideen für Kenner und Neugierige

Lakritz ist ein Geschenk mit Risiko. Kaum eine Süßigkeit teilt Menschen so zuverlässig in zwei Lager. Die einen verziehen schon beim Geruch das Gesicht, die anderen bringen aus jedem Urlaub in Holland, Dänemark oder Finnland einen Vorrat mit und ärgern sich, dass es die Lieblingssorte zu Hause nirgends gibt. Genau darin liegt die Chance. Wer einem echten Lakritzfan das Richtige schenkt, trifft einen Nerv, denn mit kaum einer Nascherei verbinden Menschen so viele Erinnerungen an Strandtage, Fährüberfahrten und die Bonbondose bei den Großeltern.

Gerade in der Adventszeit, wenn Wichtelgeschenke, Nikolausstiefel und Kalender gefüllt werden wollen, bietet sich Lakritz an. Es hält lange, lässt sich gut verpacken und ist in Hunderten Varianten erhältlich. Damit das Geschenk nicht halb voll in der Schublade landet, braucht es allerdings etwas Vorarbeit. Am Anfang steht die Frage, was der beschenkte Mensch eigentlich mag. Danach wird es leicht, für Einsteiger wie für Kenner das Passende zu finden, und mit ein paar Hinweisen zu Gesundheit und Lagerung kommt das Geschenk auch so an, wie es gemeint war.

Erst den Geschmack verstehen, dann schenken

„Lakritz“ ist eher eine Familie als eine Sorte. Zwischen einer weichen, honigsüßen Schnecke und einer doppeltsalzigen Pastille liegen geschmacklich Welten. Viele dieser Spezialitäten sind im deutschen Supermarkt nicht erhältlich; wer eine bestimmte Sorte sucht, muss Lakritz beim Fachhändler bestellen oder aus dem Urlaub mitbringen. Umso wichtiger ist es, vorher zu wissen, welche Richtung die beschenkte Person mag.

Eine einfache Testfrage hilft weiter. Was bringt die Person aus dem Urlaub mit? Wer regelmäßig nach Holland fährt, kommt oft mit süßem oder leicht salzigem Drop zurück. Skandinavien-Fans schwören dagegen meist auf Salmiak, und wer gern durch Süditalien reist, kennt vielleicht die reinen Lakritzstücke aus Kalabrien, die nur aus eingedicktem Süßholzsaft bestehen. Wer nicht direkt fragen will, schaut in die Küchenschublade oder hört beim nächsten Kaffee genau hin. Die meisten Lakritzfans sprechen ohnehin gern über ihre Lieblingssorte.

Von süß bis doppeltsalzig

Süßes Lakritz ist weich und mild und wird oft mit Honig, Anis oder Fruchtnoten kombiniert. Für Neugierige ist das der beste Einstieg. Salziges Lakritz bekommt seinen Geschmack durch Kochsalz oder etwas Salmiak und ist vor allem in den Niederlanden zu Hause, wo Drop in nahezu jedem Supermarkt meterweise im Regal steht. Doppeltsalziges Lakritz enthält deutlich mehr Salmiak. Es schmeckt intensiv, ist für Ungeübte eine echte Herausforderung und in deutschen Läden nur schwer zu bekommen, was es für Fans umso begehrter macht.

Salmiak im engeren Sinn ist der nordische Klassiker mit Ammoniumchlorid, den es als Pastille, als Pulver oder in gefüllter Form gibt. Daneben existiert eine große Gruppe würziger Sorten, die Lakritz mit Lorbeer, Minze, Eukalyptus, Schokolade oder Karamell verbinden. Gerade diese Mischformen sind ein guter Kompromiss, wenn man den Geschmack der beschenkten Person nur ungefähr kennt.

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Geschenkideen für jeden Lakritz-Typ

Ein gutes Lakritzgeschenk richtet sich weniger nach dem Preis als nach der Person. Die Ideen unten sind grob nach Erfahrung sortiert, von der ersten Probierrunde bis zur Rarität für langjährige Fans.

Für Neugierige: die Probierreise

Wer Lakritz bisher nur aus der Tüte vom Kiosk kennt, freut sich über eine kleine Auswahl aus mehreren Ländern. Fünf bis acht Sorten in kleinen Mengen genügen völlig. Sinnvoll ist eine Reihenfolge von mild nach kräftig, damit die salzigen Sorten nicht gleich am Anfang abschrecken. Eine handgeschriebene Karte mit Herkunft und Geschmacksrichtung zu jeder Sorte macht aus der Tüte ein kleines Verkostungsset. Wer es spielerisch mag, lässt die beschenkte Person die Sorten auf einer Skala von eins bis zehn bewerten. Hinterher weiß man für das nächste Geschenk genau, wohin die Reise geht.

Für Kenner: Raritäten und Spezialitäten

Echte Fans haben die gängigen Sorten längst durch. Ihnen bereiten eher Dinge Freude, die schwer zu bekommen sind. Dazu zählen doppeltsalziges Lakritz aus den Niederlanden, dänische Lakritzkaramellen, finnische Salmiakpastillen in der Blechdose oder pures Lakritz aus Kalabrien. Auch Süßholzwurzeln zum Kauen sind eine schöne Ergänzung, weil sie zeigen, woher der Geschmack eigentlich stammt. Ein Tipp aus Erfahrung: Lieber drei echte Besonderheiten als zehn Sorten, die der Kenner ohnehin im Schrank hat.

Für Genießer: Lakritz in anderer Form

Nicht jedes Lakritzgeschenk muss gekaut werden. Lakritz mit Schokolade verbindet zwei Welten und gefällt oft auch Menschen, die bei purem Lakritz zögern. Lakritzlikör oder skandinavischer Salmiakki eignen sich für Erwachsene, die gern etwas Besonderes ins Regal stellen. Wer gern kocht oder backt, kann mit Lakritzpulver oder Lakritzsirup experimentieren. Eine Prise Pulver im Schokoladenkuchen, ein Schuss Sirup in der Panna cotta oder etwas Lakritz in der Marinade für Lammfleisch zeigen, dass die Wurzel weit mehr kann als Süßigkeit.

Für besondere Ernährungsbedürfnisse

Viele Lakritzsorten enthalten Weizenmehl, Gelatine oder viel Zucker. Für Menschen mit Zöliakie, vegan lebende Freunde oder Diabetiker ist deshalb die Zutatenliste entscheidend. Es gibt glutenfreie Sorten auf Stärkebasis, vegane Varianten ohne Gelatine und Bienenwachs sowie zuckerfreies Lakritz mit Zuckeraustauschstoffen. Wer hier sorgfältig auswählt, zeigt, dass er mitgedacht hat, und das wird meist mehr geschätzt als die ausgefallenste Sorte.

Lakritz im Advent: Kalender, Wichteln und Nikolaus

Die Wochen vor Weihnachten bieten viele kleine Anlässe zum Schenken, und Lakritz passt in fast jeden davon. Es braucht keine Kühlung, verträgt den Versand gut und lässt sich in beliebig kleine Portionen aufteilen.

Den Lakritz-Adventskalender selbst füllen

Ein selbst gefüllter Kalender ist persönlicher als jedes Fertigprodukt. 24 kleine Säckchen oder Schachteln lassen sich mit je einer Sorte füllen, idealerweise mit einer Steigerung. In der ersten Woche gibt es milde, süße Stücke, ab der dritten Woche salzige, und am 24. Dezember wartet die stärkste Sorte oder eine besondere Rarität. Kleine Zettel mit Herkunftsland und Geschmackshinweis machen aus dem Kalender eine Reise durch die Lakritzländer Europas. Praktisch ist es, die Säckchen erst kurz vor dem 1. Dezember zu füllen und weiche Sorten in kleine Pergamenttütchen zu packen, damit sie nicht austrocknen oder aneinanderkleben.

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Wichteln und Nikolausstiefel

Für Wichtelrunden mit festem Budget eignet sich ein schönes Glas mit einer Mischung aus drei oder vier Sorten. Ein einfaches Einmachglas mit Etikett wirkt hochwertiger als eine Plastiktüte und hat nach dem Aufessen noch einen Nutzen. Für den Nikolausstiefel genügen ein paar ausgefallene Stücke neben Nüssen und Mandarinen. Gerade dort fällt Lakritz angenehm aus der Reihe, weil fast alle anderen Stiefel mit Schokolade gefüllt sind.

Ein Geschenk für das ganze Jahr

Wer jemandem länger Freude machen möchte, kann ein Lakritz-Abo verschenken. Dabei kommt in regelmäßigen Abständen eine Auswahl neuer Sorten ins Haus. Für Kenner ist das reizvoll, weil sie Sorten entdecken, die sie selbst nie ausgewählt hätten. Der Nachteil liegt auf der Hand, denn wer ein Abo verschenkt, gibt die Auswahl aus der Hand, und nicht jede Lieferung trifft den Geschmack. Bei Menschen mit klaren Vorlieben, etwa ausschließlich für Salmiak, ist eine einmalige, gezielte Auswahl oft die bessere Lösung.

Worauf man beim Verschenken achten sollte

Lakritz ist ein Genussmittel mit ein paar Besonderheiten. Die meisten davon betreffen Menschen, die viel und regelmäßig naschen, und sie sind schnell erklärt.

Glycyrrhizin und Blutdruck

Der Süßholzwirkstoff Glycyrrhizin kann bei regelmäßigem Verzehr größerer Mengen den Blutdruck erhöhen und den Kaliumhaushalt stören. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät, täglich nicht mehr als 100 Milligramm Glycyrrhizin aufzunehmen. Je nach Sorte entspricht das etwa 50 Gramm Lakritz oder weniger. Für Menschen mit Bluthochdruck oder Herzproblemen und für Schwangere ist ein großer Lakritzvorrat deshalb kein ideales Geschenk. Produkte mit hohem Glycyrrhizingehalt tragen in Deutschland einen entsprechenden Warnhinweis, der beim Einkauf schnell Klarheit schafft.

Salmiak und Kinder

Lakritz mit mehr als zwei Prozent Salmiak muss in Deutschland als „Erwachsenenlakritz, kein Kinderlakritz“ gekennzeichnet werden. Ab rund 4,5 Prozent kommt der Zusatz „extra stark“ hinzu. Wer Kinder beschenkt oder ein Familiengeschenk plant, bleibt deshalb besser bei milden, süßen Sorten und hebt die kräftigen Pastillen für die Erwachsenen auf.

Lagerung und Haltbarkeit

Lakritz hält sich bei kühler, trockener und luftdichter Lagerung oft viele Monate. Salzige und gepuderte Sorten ziehen allerdings Feuchtigkeit an und verkleben schnell, wenn die Packung offen herumliegt. Wer Lakritz in Gläser umfüllt, sollte auf einen dichten Deckel achten und das Mindesthaltbarkeitsdatum auf dem Etikett notieren. Neben der Heizung oder auf der Fensterbank hat ein Geschenkglas nichts zu suchen, dort wird weiches Lakritz in wenigen Tagen hart.

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Dos und Don’ts beim Verschenken

Lakritz ist als Geschenk persönlicher als Schokolade, aber auch riskanter. Die Vor- und Nachteile liegen nah beieinander.

Vorteile

  • Lange haltbar, versandfähig und ohne Kühlung zu lagern
  • Große Auswahl an Sorten, die im deutschen Handel selten sind
  • Starker Bezug zu Erinnerungen, etwa an Urlaube in Skandinavien oder den Niederlanden

Nachteile

  • Stark polarisierender Geschmack, ein Fehlgriff landet ungegessen im Schrank
  • Gesundheitliche Einschränkungen bei Bluthochdruck, Herzproblemen und in der Schwangerschaft
  • Viele Sorten enthalten Weizenmehl oder Gelatine

Dos

  • Vorab herausfinden, ob die Person süßes oder salziges Lakritz bevorzugt
  • Bei unbekanntem Geschmack mehrere Sorten in kleinen Mengen zusammenstellen
  • Luftdicht verpacken und Sorte sowie Herkunft vermerken

Don’ts

  • Erwachsenenlakritz mit hohem Salmiakgehalt an Kinder verschenken
  • Große Mengen an Menschen mit Bluthochdruck oder an Schwangere verschenken
  • Einem Kenner die gängigen Supermarktsorten schenken

Häufige Fragen (FAQ)

Welches Lakritz eignet sich für Einsteiger?

Am besten süße, weiche Sorten mit Honig, Frucht oder Schokolade. Sie sind mild und zeigen, wie vielseitig Lakritz schmecken kann, ohne gleich mit Salz oder Salmiak zu überfordern.

Wie lange ist Lakritz haltbar?

Ungeöffnet meist ein Jahr oder länger, je nach Sorte. Nach dem Öffnen bleibt es in einer gut verschlossenen Dose einige Wochen frisch. Wird es hart, hilft eine Scheibe Brot im Gefäß, die etwas Feuchtigkeit abgibt.

Kann man Lakritz an Schwangere verschenken?

In größeren Mengen besser nicht. Das BfR rät Schwangeren, auf größere Mengen Lakritz zu verzichten. Eine Alternative sind Lakritzbonbons mit wenig Süßholz oder ein ganz anderes Geschenk.

Wie verpackt man Lakritz schön?

Gläser, Blechdosen und Papiertüten mit Etikett eignen sich gut. Wichtig ist eine luftdichte Verpackung, damit das Lakritz bis zum Auspacken weich bleibt. Ein Kärtchen mit Sortennamen und Herkunft macht das Geschenk persönlicher.

Was ein gutes Lakritzgeschenk ausmacht

Lakritz zu verschenken ist dann eine gute Idee, wenn man sich vorher mit dem Geschmack der beschenkten Person beschäftigt. Neugierige freuen sich über eine kleine Probierreise von mild bis salzig, Kenner über Raritäten, an die sie selbst kaum herankommen, und Genießer über Lakritz in Schokolade, im Likör oder als Zutat für die Küche. Wer dazu auf Kennzeichnung, Gesundheit und eine luftdichte Verpackung achtet, schenkt mehr als eine Tüte Süßigkeiten. Er verschenkt ein Stück Urlaubserinnerung, und das kommt gerade in der dunklen Jahreszeit gut an. Die erste Testfrage nach dem letzten Urlaub kann man übrigens schon beim nächsten Treffen stellen.

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